Was uns den Schlaf raubt

Okt 10

Was uns den Schlaf raubt

Heute möchte ich gerne etwas zum Thema Schlaf und schlafen sagen was die Beeinträchtigung von Schlaf mit Trauma zu tun haben kann und was uns den Schlaf letztendlich raubt.

Schlaf ist natürlich ein großes und wichtiges Thema und inzwischen gibt es ja genügend Studien dazu, dass Menschen immer schlechter schlafen. Amerikaner sollen lt. dieser Studie völlig übermüdet sein und kaum genug schlafen. Und man geht davon aus, dass das in Deutschland inzwischen ähnlich ist.

Schlaf ist uns nicht mehr wichtig

Das eine ist, dass wir Schlaf einfach nicht mehr schätzen. Schlaf ist für viele Menschen einfach nur verlorene Zeit und sie glauben, sie können einfach an allen Ecken und Enden Schlaf kürzen, damit der Tag länger ist. Alles ist wichtiger als schlafen ( facebook, you tube, fernsehen etc.). 

Das ist leider eine große Fehleinschätzung, denn für unseren Körper und für unser Wohlbefinden ist Schlaf eines der wichtigsten Dinge überhaupt. 

Das ist das eine Problem. Das andere ist, dass Schlaf natürlich ganz viel davon beeinflusst wird, wie wir leben. Auf allen Ebenen, das heißt z.B.

  • was wir essen,
  • wann wir essen,
  • wie unsere soziale Eingebundenheit ist,
  • wie sicher wir uns fühlen
  • oder, wie viel Selbstregulation wir haben
  • und wie lange wir abends noch auf einen Bildschirm schauen.

Denn auch beim Thema Schlaf gilt, dass Selbstregulation essentiell ist: wenn ich mich nicht „runterregulieren“ kann, kann ich nicht schlafen. 

Was du bestimmt auch kennst: du legst dich abends todmüde hin und der Kopf springt an…keine Chance mehr in den Schlaf zu kommen!

Wie wirkt sich Trauma auf den Schlaf aus?

Hast du als Kind nachts „unschöne“ Erlebnisse gehabt, so wird dies deine Fähigkeit loszulassen sehr beeinflussen. Und loslassen ist eine Grundvoraussetzung für eine guten Schlaf. 

Das heißt der Körper hat gelernt: „wenn ich loslasse und wenn ich mich entspanne, dann passiert etwas Schlimmes“. Und das ist oftmals ein riesiger Hinderungsgrund zum einen überhaupt in den Schlaf zu fallen, aber zum anderen eben auch in Ruhe durchzuschlafen. 

Das Körpersystem, unsere Biologie, hat gelernt, dass man sich nicht zu sehr entspannen sollte und die Augen eigentlich nicht zumachen darf. Denn immer dann könnte etwas passieren. So kann – muss nicht, aber kann – es später sehr, sehr schwer sein, zur Ruhe zu kommen oder zu schlafen. 

Welche Bedingungen brauchen wir zum Schlafen?

Auch wenn es sich vielleicht etwas merkwürdig anhört, aber unsere heutigen Schlafgewohnheiten sind eher unnatürlich. Wir schlafen heute auf eine Art und Weise, die uns als Spezies Mensch eigentlich nicht gerecht wird. Wir schlafen meist alleine oder zu zweit - aber dafür sind wir eigentlich nicht „gebaut“. Über tausende von Jahren haben wir als Gruppe geschlafen und es war immer jemand wach und hat auf die Gruppe aufgepasst. So konnten wir uns sicher fühlen!

Dieses System ist noch immer in uns vorhanden. Als Kinder sollten wir das erfahren haben, dieses Gefühl behütet zu sein, womöglich redet noch jemand im Hintergrund und dann kann man in Ruhe loslassen und weiß „alles ist gut und ich werde beschützt“. Wenn das damals schon anders erlebt wurde oder womöglich das Gegenteil passiert ist, dann ist da eine tiefe Prägung, der Sicherheit nicht trauen zu können. 

Durchschlafen ist fast unmöglich

Was wir alle tun, die wir hier in unserer Gesellschaft schlafen, ist: wir schlafen ein und wachen immer wieder auf. Wir sind sozusagen Mikrozeiten wach an die wir uns zum größten Teil nicht erinnern können. Wenn diese Wachphase länger dauert, können wir uns erinnern, aber meist nicht. 

Es gibt eine Studie, die ich total spannend finde, in der man Schlafforschung bei den Huttereren betrieben hat. Die Hutterer sind eine Volksgruppe, die ziemlich abgeschieden in den USA lebt, ein bisschen wie die Amish, nur nicht ganz so bekannt. Dort hat man festgestellt, dass sie diese Aufwachzeiten, diese Mikrozeiten, überhaupt nicht haben. 

Die Hutterer schlafen einfach durch – das muss großartig sein. Das ist möglich, weil sie so eingebunden sind in ihre Gemeinschaft, dass offensichtlich ihr biologisches System loslässt und weiß „ich bin eingebunden, da sind Menschen, ich bin sicher“. 

Unser Gefühl von Verbundenheit beeinflusst unsere Schlafqualität

Unser Gefühl von Verbundenheit hat also auch Auswirkung auf die Schlafqualität. 

Ein weiterer Faktor ist natürlich für Frauen in meinem Alter, dass die Wechseljahre auch ziemlich deutlich die Schlafqualität beeinflussen. Da muss man dann schauen, was hilft, was einen unterstützen kann wieder zu schlafen.

Ja, das war’s zum Thema Schlaf und letztlich gibt es wirklich die Faktoren:

Was kann ich für mich und meinen Schlaf tun?

Du kannst nun schauen, was du für deinen Schlaf tun kannst, indem du dir diese Fragen stellst:

  • Was würde mir helfen, was macht es für mich sicherer, wenn ich mich hier jetzt hinlege?

Das musst du für dich rausfinden und experimentieren. 

Das andere ist natürlich die weitere Integration deiner Geschichte – und da bist du ja wahrscheinlich schon auf dem Weg.

Und es ist auf jeden Fall wichtig zu wissen, dass du nicht verrückt bist oder der Körper irgendwie nicht normal ist, sondern dein Körper reagiert sehr stark darauf, was er einst erlebt hat.

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