Woran erkennt man eine Traumatisierung?

Normalerweise denken bei dem Wort „Trauma“ alle an Schocktrauma, auch beziehen sich alle klassischen Traumatherapien auf die Arbeit mit Schocktrauma.

Im Normalfall hat man meist eine Vermischung von Entwicklungstrauma und Schocktrauma vor sich, die einen Wechsel zwischen verschiedenen Interventionen notwendig machen.

Im Alltag erkennt man eine Traumatisierung u.a. daran, wie Menschen über das traumatische Ereignis sprechen:

  • Es wirkt als hätte das Geschehen sich gerade erst ereignet
  • Als ZuhörerInnen fühlen uns unwohl beim zuhören
  • Man wird in den traumatischen Sog hineingezogen und traut sich nicht zu unterbrechen
  • Menschen sprechen oft mit einer abgeflachten Stimme mit wenig oder keiner Modulation
  • Affektarmut – man sieht wenig Emotionen im Gesicht des Anderen
  • Menschen erzählen das Ereignis unangemessen, d.h. an unangemessener Stelle oder Ort oder mit unangemessenen Affekten wie z.B. lachen
  • Die Betroffenen werden von Gefühlen überwältigt und können diese kaum noch in sich halten.

Noch einmal: Woran man keine vorliegende Traumatisierung erkennen kann, ist am Ereignis!

Trauma liegt im Nervensystem – also in der Reaktion des Menschen – und nicht im Ereignis. Man weiß bis heute nicht, warum manche Ereignisse für die eine Person traumatisierend sein können und für die andere nicht.

Man nimmt an, dass es mit folgenden Faktoren zusammen hängt:

  • die Fähigkeit zu Selbstregulation
  • Glaube
  • eingebunden sein in eine Gemeinschaft
  • Ressourcen im Leben
  • Ressourcen zum Zeitpunkt des Ereignisses

Zusammengefasst bezeichnet man diese Widerstandsfähigkeit als Resilienz.

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