Welche Arten von Trauma gibt es?

Man unterscheidet zwischen folgenden Trauma-Kategorien:

  • Schocktrauma
  • Entwicklungstrauma
  • Sekundärtraumatisierung (Betrifft Helfer an Unfallstellen oder Katastrophengebieten oder auch Psychotherapeuten und ander Zeugen eines traumatischen Ereignisses)
  • Generationsübergreifendes Trauma (ein Krieg hat eine generationsübergreifende Wirkung aber auch eine Vergewaltigung und andere Formen von Gewalt)
  • Soziales Trauma (darunter versteht man traumatische Ereignsisse, die ganze Volksgruppen betreffen)

Hier möchte ich nur auf die ersten beiden Traumakategorien näher eingehen, weil diese für am meisten Menschen relevant sind.

Als Schocktrauma definiert man ein einzelnes abgegrenztes Ereignis, das meist auch gut im Gedächtnis geblieben ist.

  • Kann während eines Augenblicks entstehen
  • Ist im Normalfall nicht Teil der Persönlichkeit, kann aber über Zeit oder durch Wiederholung in die Persönlichkeitsmuster integriert werden.

Wenn ich Sie frage, was Sie gerade getan haben als am 11. September 2001 die Flugzeuge in das World Trade Center geflogen sind, dann können Sie sich sehr wahrscheinlich daran erinnern. Ein traumatisches Ereignis wird meist unveränderlich im Gedächtnis gespeichert und verändert sich auch über die Jahre nicht. Alle anderen Gedächtnisinhalte verändern sich über die Zeit. Das merken Sie besonders, wenn Sie Tagebuch schreiben und dann nach einigen Jahren alte Einträge wieder lesen und dabei denken: „So war das doch gar nicht“. Das biographische Gedächtnis ist ein sich beständig veränderndes Konstrukt und leider nicht so glaubhaft, wie wir denken.

Ein Entwicklungstrauma hat meist vollkommen andere Auswirkungen auf die Person und wird auch anders definiert:

Ein Entwicklungstrauma ist meist hoher Stress, der über längere Zeit anhält und oftmals damit verbunden ist, sich nirgendwo sicher zu fühlen. Dies führt zu weitaus gravierenderen Folgen, da Kinder unter solchen Umständen kaum die Möglichkeit sich „normal“ zu entwickeln. Ein Entwicklungstrauma greift meist sehr viel tiefer in die Persönlichkeitsstruktur und –entwicklung ein, als das ein Schocktrauma tut.

Folgende Folgen können aus Entwicklungstrauma entstehen:

  • Persönlichkeitsstörungen
  • schlechte Selbstregulation (Schwierigkeiten sich zu entspannen, mit Emotionen umzugehen, Bedürfnisse zu fühlen und diese adäquat zu erfüllen etc.)
  • Hohe und dauerhafte Aktivierung des Nervensystems (Dauerstress)
  • Oder ständiger Zustand in „Submission“( Unterwerfung): Schwierigkeiten sich abzugrenzen, Nein zu sagen, für sich einzustehen, andere zu enttäuschen etc.)
  • Wenig Modulationsfähigkeit des Nervensystems (starre und unflexible Reaktionen, Schweirigkeiten sich an neue oder unvorhergesehene Situtionen anzupassen etc.)
  • Wenig Stressresistenz
  • Beziehungsstörungen (Angst vor Nähe, Stress mit Sexualität, Vermeidungsverhalten, Zynismus, Ironie, Symbiotisches Verhalten oder inneres Allein-sein etc.)

Diese Unterscheidungen zwischen Schocktrauma und Entwicklungstrauma sind enorm wichtig für die Wahl einer passenden Therapie, da die Themen und Auswirkungen auf die Person sehr unterschiedlich sind.

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