Trauma-Ausbildung

Nach 15 Jahren Erfahrung mit Traumapsychotherapie wage ich es zu behaupten, dass Psychotherapie, ohne das Wissen um die Arbeit mit den verschiedenen Formen von Trauma und ohne Einbezug des Körpers, relativ erfolglos bleiben wird.

Doch selbst mit all dem Wissen um Trauma und den Möglichkeiten, Trauma therapeutisch zu bearbeiten, kann Psychotherapie erfolglos bleiben, wenn wir als Therapeuten nicht gelernt haben, mit echter Beziehung zu unseren Klienten zu arbeiten.

Es gibt nichts, was Menschen einsamer macht als Trauma. Traumatische Ereignisse werfen Menschen aus dem Gefüge innerer Sicherheit. Mehr noch, es wirft sie meist aus dem Gefüge menschlicher Gemeinschaft und hinterlässt sie verloren und allein. Traumatische Erfahrungen gehören zum menschlichen Leben dazu.

Jüngste Untersuchungen zeigen, dass fast jeder Mensch mindestens einmal im Leben eine traumatische Erfahrung macht, Viele jedoch sogar mehr als einmal. So stellt sich die Frage: Was führt dazu, dass manche Menschen diese Erfahrungen verarbeiten oder sogar daran wachsen können und andere nicht?

Was ist das Geheimnis von Resilienz?

Auch hier ist die Forschung weiter vorangeschritten: Resilienz ist häufig das Ergebnis sicherer Bindungen. Ich würde noch weiter gehen, es ist das Ergebnis einer guten Selbstregulation.

Traumafolgen sind nichts anderes als eine gestörte Selbstregulation. Diese Fähigkeit entsteht grundlegend in den ersten 3 Lebensjahren und bestimmt, wie gut sich Menschen u.a. emotional regulieren können. Selbstregulation bestimmt wie glücklich Menschen sein können und wie viel Stress sie im Alltag aushalten können.

Sie ist eine der wichtigsten Fähigkeiten und Voraussetzungen für ein glückliches Leben!  Aus diesem Grunde ist Selbstregulation der Mittelpunkt dieser Trauma-Ausbildung. Du lernst verschiedene Möglichkeiten, Menschen darin zu unterstützen, eine bessere Regulationsfähigkeit auszubilden.

 Das Window of Tolerance

Man spricht dabei auch vom sogenannten „Window of Tolerance“ ( WoT ). Innerhalb dieses Fensters fühlen wir uns wohl und Stress ist für uns gut zu bewältigen. Fallen wir unterhalb des WoT, so fühlen wir uns ausgebrannt, sinnlos oder gar depressiv. Können wir Erregung nicht mehr modulieren und wird sie zu stark, so fühlen wir uns gestresst, unruhig und nervös. Die Spannung findet oft Ausdruck in hektischem Aktionismus. Entspannung wird als beängstigend empfunden und deshalb meist vermieden.

Sowohl Entwicklungstraumata, Schocktrauma und ebenso Bindungsstörungen führen dazu, dass Menschen die meiste Zeit außerhalb des WoT leben. Sie erleben dabei die vielfältigen Symptome, die wir heute als PTBS kennen, aber noch weit mehr Symptombilder, die erst langsam als Traumafolgen erkannt werden. Einigen Wissenschaftlern gilt vor allem Entwicklungstrauma inzwischen als Mutter aller Störungen. Der Begriff Entwicklungstrauma ist insofern irreführend, als dass er impliziert, dass es „nur“ um grausame Dinge wie sexuelle Übergriffe oder andere Gewalt dabei geht. Das ist aber falsch!

Wie der Begriff Trauma uns irreführt

Zu einem Entwicklungstrauma kann es auch kommen, wenn z.B. ein Baby im Krankenhaus bleiben musste, nur alle drei Stunden gefüttert wurde oder eine Mutter bzw. Bezugsperson hatte, die wenig Einfühlungsvermögen besaß oder selbst sehr schlecht reguliert war. Unsichere Bindungsmuster führen ebenfalls zu erhöhtem Stress bei Säuglingen und Kindern. Auch dies hat oft Folgen für die Entwicklung der Selbstregulation. Insofern sind die Folgen von Entwicklungstrauma inzwischen epidemisch.

Eine Traumaausbildung ist nur sinnvoll, wenn sowohl Entwicklungstrauma, Schocktrauma und Bindungsstörungen als untrennbare Triade angesehen werden.

Nachdem ich selbst die erste Trauma–Ausbildung absolviert hatte und ich enthusiastisch ans Werk ging und die Welt retten wollte, stellte ich sehr schnell fest, dass all die Anleitungen, die ich gelernt hatte, bei den Klienten oft nicht wirklich fruchteten. Mit der Zeit wurde mir klar, dass Schocktrauma-Arbeit (was praktisch alle existierenden Trauma-Ausbildungen sind) bei vielen Klienten nicht das Resultat hervorbrachte, dass ich mir gewünscht hatte.

Woran lag das? Traumaklienten spüren oft ihren Körper nicht. Wie sollen sie ihm dann vertrauen? Außerdem fiel es ihnen oftmals schwer, sich mit mir sicher zu fühlen und mir zu vertrauen. Wo also ansetzen?

Trauma tritt oft als Triade auf

Ich lernte, dass Trauma meist als Triade auftritt: Unter dem Schocktrauma lag praktisch immer auch ein Entwicklungstrauma und dies wiederum ist fast immer mit Bindungsstörungen verbunden.

Dies ist der Grund, weshalb ich in dieser Ausbildung das erste Mal alle drei Themen als Einheit anbiete! Und diese mit viel Selbsterfahrung lehre, WEIL: Trauma sich mit Trauma verbindet!

Trauma verbindet sich mit Trauma, es dockt in unserem Körpersystem an – wenn wir unsere eigenen Traumata nicht bearbeitet haben. Außerdem ist Trauma-Arbeit für mich zutiefst verbunden mit einer tief menschlichen Zuwendung zum Klienten, die es erfordert, als Mensch ansprechbar zu sein und nicht nur in der Rolle des Therapeuten.

Insbesondere Klienten mit frühen Traumata haben oft lange Odysseen durch Therapien hinter sich, ohne jemals das Gefühl gehabt zu haben, ankommen zu können. Frühe Traumata bringen oft eine tiefe Spaltung von Körper und Kopf mit sich und in vielen Therapien werden diese Klienten nur über den Verstand angesprochen. Die dissoziative Spaltung – und dadurch auch ihr Unglück – bleibt dadurch bestehen.

Bedeutung von Echtheit

Gleichzeitig haben diese Menschen ein sehr feines Gefühl dafür, ob ihnen eine echte Beziehung angeboten wird oder nur der Kontakt über eine Rolle. Für die Arbeit mit Bindung und Beziehung brauchen wir als Therapeuten Mut und die Herausforderung besteht darin, die Balance zwischen echter Präsenz, therapeutischer Übersicht und eigenen und therapeutischen Grenzen zu finden.

Aus diesem Grund ist die Ausbildung in dreifacher Aufmerksamkeit für uns als Therapeuten unumgänglich.

Wir lernen

  • uns selbst zu spüren,
  • den Klienten zu fühlen und
  • dabei die Metaebene zu halten –

so sind tiefe Prozesse möglich, ohne dass die Klienten oder man selbst in den Strudel traumatischer Muster hineingezogen werden.

Der Körper ist dabei unser größter Verbündeter. Du lernst, mit somatischer Übertragung zu arbeiten, Deine Klienten zu co-regulieren (um deren Selbstregulation zu verbessern) und sie dabei zu unterstützen, den eigenen –meist dissoziierten Körper – wieder zu spüren.

Es ist eine zutiefst berührende und lohnende Arbeit und ich würde mich freuen, Dich darin begleiten und lehren zu dürfen!

Die Inhalte der verschiedenen Ausbildungsteile der Trauma-Ausbildung fließen ineinander, doch aus Gründen der Übersicht findest Du in dem Curriculum am Ende dieser Seite die einzelnen Bestandteile aufgegliedert.

Fortbildungsangebote und Organisatorisches

Das Angebot für die nächsten Ausbildungsangebote wird Anfang September auf der Webseite erscheinen.
Wir bitten um etwas Geduld, da wir dabei sind unsere Fortbildungsangebote neu zu überarbeiten. Leider können wir vorher auch keine Auskünfte geben.