Selbstverachtung – das schreckliche Gefühl

Nov 16

​Selbstverachtung ​und Trauma

Über den Zusammenhang von Trauma und Selbstverachtung

​Selbstverachtung ist meiner Ansicht nach inzwischen so weit verbreitet, dass sie Teil dieser Gesellschaft geworden ist.

Die Selbstverachtung, die wir durch Trauma oder durch Demütigungen und allein gelassen werden, als Kinder lernen, trifft sich mit der Verachtung, die unsere Gesellschaft inzwischen allem Natürlichen und Schwachem  entgegenbringt. Vor allem unser Körper ist Ziel dieser Verachtung und die Ablehnung des eigenen Körpers ist inzwischen epidemisch.

Je mehr Menschen sich selbst ablehnen oder gar verachten, desto mehr suchen Menschen Ablenkung in virtuellen Realitäten, in Konsum und allem, was dafür sorgt sich selbst nicht zu spüren.

Traumatisierungen führen zu Abspaltung , Wut und Ablehnung. Leider richten diese Gefühle sich meist von den Opfern gegen sich selbst. Wir beginnen schon als Kinder uns selbst zu hassen und uns für unsere "Schwäche" zu verachten. Wir verachten uns sogar dafür, dass uns jemand Gewalt antut.

Das in unserer Gesellschaft herrschende "Blame the victim" fördert diese Selbstverachtung (hinter der auch ganz viel Scham liegt) leider sehr. Diese Täterzentriertheit merkst du schon daran, dass du dich fragen lassen musst, wenn dir etwas gestohlen wurde, ob du auch gut genug darauf aufgepasst hast. Noch schlimmer und leider immer noch aktuell, dass Frauen nach sexuellen Übergriffen immer noch mit Fragen nach ihrer Kleidung etc. rechnen müssen.

"Du Opfer" ist inzwischen ein Schimpfwort und kein Mitgefühl erwirkendes Wort. So kommt es, dass Menschen, die Gewalt erfahren beginnen sich selbst zu verachten, statt Mitgefühl mich sich selbst zu haben.

Verachtung, die wir schon als Kinder uns selbst gegenüber entwickelt haben, hilft uns aber auch innerlich Abstand zu wahren, uns unberührbar zu fühlen und sogar überlegen. Verachtung ist u.U. eine sog. Überlebensressource - sie tut uns nicht gut, aber hilft uns zu überleben.

Wir dürfen aber nicht vergessen, wie zerstörerisch sie in ihrem Kern ist und wie sie unser Leben vergiften kann. Verachtung ist gefrorene Wut. Sie ist kalt und die Person auf die sie gerichtet wird, wird mit Kälte verletzt. Selbst, wenn die Person wir selbst sind.

In diesem Video spreche ich über die Zusammenhänge von Trauma und Verachtung. Und beschreibe einen - wie immer nicht ganz leichten - Weg, von der Kälte der Verachtung wieder zurück in die Wärme des Lebens.

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