Dissoziation – Die Abspaltung von mir selbst

Dez 06

​Dissoziation ist ein sehr großes und umfassendes Thema zudem bereits viele Bücher geschrieben wurden. Heute geht es um einen Aspekt zu dem ich öfter mal befragt werde.

Was bedeutet Dissoziation überhaupt?

Dissoziation ist eine Abspaltung von mir selbst. Dabei spalten wir meistens einen oder mehrere Teile von uns ab. Gefühle etwa, die wir nicht aushalten konnten. Das ganze soll unserem Schutz dienen.
Diese abgespaltenen Gefühle kommen dann in eine Art „inneren Keller“ und werden aus unserem Alltagsbewusstsein ausgelagert.

​Jeder Mensch dissoziiert

Es gibt kaum Menschen, die nicht an irgendeiner Stelle oder auf irgendeine Art und Weise in ihrem Leben mal dissoziativ sind.
Im Falle einer Traumatisierung dissoziieren wir zwar Gefühle die nicht zu ertragen sind, trotzdem bleiben diese Gefühle aber noch vorhanden.

Wenn wir Überwältigung erfahren gibt es den Moment, wo es zu einer „Systemabschaltung“ kommen kann. Wenn alles zu viel, zu schnell, zu grauenerregend ist, schalten wir ab. In dem Augenblick gibt es so etwas wie einen Filmriss.
Das System geht aus der totalen Übererregung, aus dem Kampf-und Fluchtmodus, in den Shut-Down. Dieser Erstarrungszustand ist hoch korreliert mit späterer Dissoziation.

​Dissoziation ermöglicht Funktion

Wir funktionieren also weiter, was auch wichtig ist, denn ohne Funktion gehen wir ziemlich schnell kaputt, landen vielleicht in der Psychiatrie oder werden „verhaltensauffällig“, weil wir uns nicht mehr an die Umstände anpassen können, in denen wir uns gerade bewegen.
Wir leben eine ANP – Anscheinend normale Persönlichkeit– die einfach weiter funktioniert, bei der die Emotionen aber abgespalten sind.

Dissoziation heißt nicht, in Erstarrung zu sein oder Ohnmächtig zu sein – obwohl das bei manchen Menschen auch passieren kann – sondern im Grunde heißt es, dass Du durch Dein Leben läufst Dich dabei aber nicht spürst.
Das Problem ist, dass wenn ich dann meine Gefühle spüren möchte, kommen nicht nur die positiven Gefühle hoch, die alles angenehmer und lebendiger machen, sondern all die anderen Gefühle, die ich in den Keller gesperrt habe, sagen auch wieder : „Hallo!“

Ein dissoziativer Zustand kann hochfunktional sein, Menschen sind teilweise super leistungsfähig.
Sie fühlen sich aber nicht. Dann brechen sie oft später an irgendwelchen Punkten zusammen. Oder ihre Beziehungen funktionieren nicht, weil plötzlich fühlen gefragt ist.

​​Entweder Alles oder Nichts

Leider können wir uns nicht aussuchen was wir fühlen. Entweder bin ich weg von meinen Gefühlen als Schutzmechanismus – oder ich bin da und werde mit allen Gefühlen die man fühlen kann konfrontiert.
Dann haben viele Menschen den Eindruck, sie werden überschwemmt von ihren Gefühlen und drohen darin zu ertrinken.
Wenn ich mich dann wieder hoch kämpfe, wie ein Boxer im Ring, wieder in den Funktionsmodus gehe, spalte ich erneut meine Gefühle ab und das Dilemma fängt von vorne an.

Das funktionale Ich ist aber nicht automatisch das gesunde Ich. Das eine muss mit dem anderen nichts zu tun haben.
Als „gesund“ bezeichne ich, wer Zugang zu angenehmen und unangenehmen Gefühlen hat und sich in seinem Körper spüren kann.

​Ich hoffe, dies erklärt dir Dissoziation ein bisschen mehr.

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