Deine Liebe

Jul 11

Deine Liebe gehört dir

Viele Menschen haben Angst zu lieben und Angst davor geliebt zu werden. Sie haben Angst davor enttäuscht und verletzt zu werden tragen und diese tiefe Angst und manchmal auch Resignation und Enttäuschung mit sich herum.

Manchmal erlauben wir uns auch nicht zu lieben oder geliebt zu werden, weil wir mit unserer ersten großen Liebe – unseren Eltern – so enttäuscht worden sind. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es sich nicht lohnt zu lieben und dass uns das Herz rausgerissen wurde. Leider können wir uns an diese frühen Jahre nicht erinnern und so haben wir oft keinen bewussten Zugang zu diesem Schmerz.
Viele Menschen warten bis ins hohe Alter doch endlich noch geliebt zu werden von ihren Eltern.. Sie weisen jeden anderen zurück – weil diese alte Wunde noch offen ist.

Trauma und traumatische Erfahrungen, frühe Verletzungen, Bindungslosigkeit und all diese negativen Erlebnisse lassen Kinder oftmals einen Schwur leisten: Das wird mir nie wieder passieren! Nie wieder werde ich jemanden so lieben! Nie wieder werde ich so verletzlich sein!

Diese Versprechen sind verständlich und helfen zu überleben. Doch später im Leben hindern sie uns zu lieben, verletzlich zu sein und lebendig. Jede Form von Lebendigkeit schließt Verletzlichkeit ein, es gibt das eine nicht ohne das andere.

Deshalb ist es wichtig uns unsere Liebe zurück zu holen. Es ist deine Liebe und niemand kann sie dir wegnehmen!

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Transkript

Hallo! Herzlich Willkommen zu meinem Blog Traumaheilung.de. Ich bin Dami Charf und das Thema heute ist … Ich weiß gar nicht wie ich es beschreiben soll. Es geht um: „Deine Liebe“, könnte man sagen.

Deine erste Liebe sind deine Eltern

Und unsere erste Liebe in unserem Leben sind einfach unsere Eltern. Da gibt es nicht viel dran zu rütteln. Unsere Eltern oder unsere Bezugspersonen sind einfach unsere erste große Liebe im Leben und das Dilemma ist, dass wenn diese auch an einer Traumatisierung beteiligt waren, wenn sie uns viel alleine gelassen haben, dann sind wir auch wütend.

Ob wir das spüren oder nicht, aber wir sind einfach auch wütend und enttäuscht. Im schlimmsten Fall sind wir sogar resigniert, dass wir nicht bekommen haben, was uns zusteht als Babys, als kleine Kinder. Wir haben ein inhärentes Gefühl dafür, was uns hätte zustehen müssen. Dafür, dass jemand da ist, dass uns jemand begegnet, dass jemand uns begrüßt und sich an uns freut.

Ist da jemand?

Und in den Bindungstheorien sagt man, wir kommen auf die Welt mit der Frage: „Wo bist Du?“, „Bist Du da?“. Wenn diese Frage unbeantwortet bleibt, dann ist es ganz furchtbar. Das ist herzbrechend und es kann so schlimm sein, dass wir gar nicht richtig ankommen wollen in uns, in unserem Körper, in diesem Leben und dass die Welt immer ein gefährlicher Ort bleibt. Menschen uns immer ein bisschen fremd bleiben, obwohl wir selber Menschen sind. Wir das Gefühl haben es gibt nie genug für uns. Wir tragen diese Enttäuschung so mit uns rum.

Ganz oft sieht man das auch bei Menschen, die dann irgendwie jenseits der Vierzig sind. Wie enttäuscht Viele sind, wie bitter Viele sind. Das ist eben diese Wut und Enttäuschung. Auf der Suche auf die sich Einige von uns dann begeben, kommen wir oft in einen Konflikt, weil wir wütend sind und wir oftmals immer noch diese Hoffnung haben irgendwann von unseren Eltern endlich die Liebe und Anerkennung und Wertschätzung zu bekommen nach der wir hungern.

Doch wir bekommen sie einfach nicht. Es ist wichtig und gut, sich davon wirklich zu verabschieden: Von dieser Hoffnung, weil die uns unglaublich bindet und oftmals viele Türen verstellt für Menschen, die gerne in Kontakt mit uns sein würden, die uns gerne lieben würden und die wir zurückweisen, weil wir immer noch warten, dass da endlich was passiert.

Darf ich lieben?

Und der schlimmste Konflikt, in den wir kommen können, ist, dass wir das Gefühl haben, weil wir wütend und enttäuscht sind, dass wir eigentlich diese Menschen, die unsere Eltern sind eigentlich nicht lieben dürfen oder dass wir sogar als Kinder unbewusst beschlossen haben, dass wir nie wieder so lieben werden und dann angefangen haben unsere Liebe wegzuschließen.

Wird Liebe nicht beantwortet, ist dies genauso schlimm, wie nicht geliebt zu werden. Das Gefühl mit der eigenen Liebe nicht landen zu dürfen ist grausam für ein Kind!

Das steht manchmal nicht so im Vordergrund unseres Bewusstseins, aber es ist ganz furchtbar mit meiner Liebe nicht landen zu können. Oftmals wiederholen wir das dann immer wieder und suchen uns Menschen, wo wir auch nicht landen können oder die uns nicht lieben oder die nicht gut zu uns sind. Das sind einfach die Bindungsmuster, die eben so früh schon im ersten Lebensjahr geprägt worden sind.

Deine Liebe gehört dir!

Deswegen ist mir ganz wichtig, dass Du verstehst oder Dir Gedanken darübermachst, dass Deine Liebe Dir gehört. Wir können unsere Liebe nicht verschenken. Wir können unser Herz nicht verschenken. Das sind komische Ausdrücke, die wir sprachlich machen, weil wenn wir unser Herz verschenken und der Andere geht, dann ist das Herz weg. Das geht ja gar nicht. Dann läuft dieses Herz mit der Person weg. Das geht nicht!

Das Herz ist auch nicht mit unseren Eltern weggegangen, sondern wir haben das Herz verschlossen, womöglich um uns zu schützen, um nicht wieder enttäuscht zu werden und nicht wieder verletzt zu werden. Und was wirklich wichtig ist zu verstehen, dass dieses Herz für Dich schlägt – es schlägt für Dich!

Dein Herz schlägt für dich

Das hält Dich am Leben, es ist Deine Liebe und Du kannst sie geben, wohin Du möchtest und sie muss nicht erwidert werden. Es bleibt Deine Liebe, es bleibt Dein Herz. Und dass Du Dir das zurückeroberst ist wichtig, weil es gibt nichts Schlimmeres als wenn wir uns ein Leben lang versuchen zu schützen. Weil das a) überhaupt nicht funktioniert und b) wir womöglich einfach diese Liebe, die wir in uns tragen uns nie wieder trauen wirklich zu geben und auch uns selbst nicht geben, aber auch Anderen nicht geben.

Wirklich diesen Sprachgebrauch, der da drin steckt „mein Herz verschenken“, „meine Liebe verschenken“, „mein…“ was auch immer es da alles gibt. Wirklich zu sehen: „Nein! Ich kann Liebe schenken, aber ich kann nicht mein Herz verschenken“. Denn dieses Herz ist Dir und behalte es. Pflege es. Und das Herz ist nicht dafür da ständig geschützt zu werden. Es bricht halt auch manchmal, es ist auch manchmal verletzt, aber das gehört dazu und das verkraftet es auch.

Verletzungen gehören zum Leben dazu

Wenn Du nur dabei bleibst sozusagen und mit Deiner Liebe bist auch für Dich selbst. Was wir oft vergessen, was auch schon in der Bibel steht „Du sollst den Anderen lieben wie Dich selbst“. Du sollst nicht nur den Anderen liebhaben und gut sein, sondern vor allem „wie dich selbst“ und das ist meiner Meinung nach die schwerste Aufgabe, die wir im Leben haben, dass wir mit uns und unserer Liebe auch für uns selbst da sind.

Bei Traumatisierung und wenn wir Gewalterfahrungen haben in irgendeiner Form oder auch Vernachlässigung, dann ist das oft wirklich eine Herausforderung, dass wir unser Herz uns wiedererobern und wieder spüren und wirklich diese Liebe zu unserer Liebe machen, die wir geben können. Es hat nichts damit zu tun, wie die andere Person ist, weil es ist unsere Liebe.

Ich hoffe, ich konnte mich ein bisschen verständlich machen. Das ist ein Thema, was ich für ganz wichtig halte in unserer Welt, wo so viele Menschen nur noch versuchen ihr Herz zu verschließen und sich zu schützen und wir alle auch so verletzt sind. Das kann irgendwie meiner Meinung nach eben nur heilen, wenn wir unsere Liebe auch wieder spüren. Auch uns wieder lieben lassen, auch von Menschen, die nicht unsere Eltern sind. Auch dankbar dafür sind, dass es das gibt, das auch andere Menschen uns lieben.

Wie gesagt, ich hoffe du konntest etwas damit anfangen und es hat dich ein bisschen zum Nachdenken gebracht. Bis zum nächsten Mal. Ciau, Dami.