Somatische Emotionale Integration®


Somatische Emotionale Integration ist eine körperorientierte Psychotherapie, die sich auf die Arbeit mit Schocktrauma und Entwicklungstrauma spezialisiert hat. Der zentrale Eckpfeiler der therapeutischen Arbeit ist die Resonanzfähigkeit beim Therapeuten/der Therapeutin. Darunter werden die Fähigkeiten zur somatischen Spiegelung und zur rechtshemisphärischen Kommunikation verstanden. Diese Fähigkeiten der Therapeuten sollen es den Klienten ermöglichen in einen tieferen Kontakt mit sich selbst zu kommen und vor allem, den meist abgespaltenen/dissoziierten Körper wiederzuentdecken und zu spüren.

Die theoretischen Felder

Das Verständnis folgender theoretischer Felder ist für Somatische Emotionale Integration von besonderer Bedeutung:

  • Bindung
  • Frühe Entwicklung
  • Intersubjektivität
  • Rechtshemisphärische Kommunikation
  • Co-Regulation
  • Trauma
  • Die Polyvagale Theorie
  • Selbstregulation
  • Bedeutung von Grenzen: energetisch, personal, interpersonal, gesellschaftlich
  • Umgang mit Berührung
  • Verständnis der Repräsentationssysteme einer Person
  • Verständnis von Identität

Außerdem das Erkennen von Körpermustern und im Körper eingefrorenen Gefühlen und Erfahrungen. Dabei werden besonders die folgenden Entwicklungsschritte berücksichtigt:

  • Sein, Ankommen, Sicherheit
  • Bedürfnisse wahrnehmen und äußern, satt werden
  • Neugier, Unterstützung und Autonomie
  • Wille und Kraft, Grenzen, Vertrauen
  • Leistung und Anerkennung, Liebe und Sexualität

In der therapeutischen Arbeit wird großen Wert auf Langsamkeit und Integration gelegt. Emotionen werden im Körper geerdet, damit sie nicht kathartisch werden und die Klienten in ihrer Integrationsfähigkeit überfordern.

Um Klienten diese Prozesse der Reassoziation mit sich selbst, anderen Menschen und der Erde zu ermöglichen, ist es notwendig, dass der Therapeut lernt, mit den Klienten eine echte Verbindung einzugehen und ihnen echten, auf Gegenseitigkeit beruhenden Kontakt anbieten kann.

Kontakt und Berührung im therapeutischen Prozess

Gerade Menschen mit sog. Frühstörungen erleben Psychotherapeuten, die lediglich in ihrer Funktion und ihrer Rolle in Kontakt gehen, als unecht. Sie wiederholen die traumatische Erfahrung des Nicht-Kontaktes, den sie aus frühester Kindheit schon kennen.

Diese Form der therapeutischen Arbeit erfordert ein hohes Maß an Selbstreflexion und die Fähigkeit zu dreifacher Aufmerksamkeit im Therapeuten/der Therapeutin:

  1. sich selbst spüren und evtl. Trigger und Gegenübertragungen wahrnehmen
  2. die andere Person fühlen und von sich selbst unterscheiden können
  3. den Prozess führen und die Metaebene halten

Die Arbeit mit Trauma braucht eine besondere Form der Nähe und der Distanz zum Klienten, in der dieser lernen, kann sich wieder zu fühlen und Kontakt aufzunehmen, ohne überwältigt oder alleine gelassen zu werden. Eine Form des Kontaktes in Somatischer Emotionaler Integration ist die Arbeit mit Berührung, wenn diese angebracht und angemessen ist.

Gerade für die Arbeit mit frühen Traumatisierungen ist es wichtig, die Kunst der therapeutischen Berührung zu beherrschen. Diese sollte möglichst intentionsfrei und energetisch abgegrenzt sein. Je weniger ein Mensch in den ersten Jahren positive Berührung erlebt hat, desto weniger mag dieser im Normalfall Berührung als Erwachsener. Dadurch fehlt ihm/ihr eine wesentliche Regulationsquelle bei emotionalem Aufruhr oder Stress. Ein Anliegen von Somatischer Emotionaler Integration ist es, Menschen die Chance zu geben, dies nachzulernen.

Die Arbeit mit Schocktrauma

Bei der Arbeit mit Schocktrauma lernt der Therapeut, die im Körper festgehaltene Energie des Schocks langsam aus dem Körper zu entlassen. Dabei nutzt Somatische Emotionale Integration die evolutionäre Fähigkeit des Körpers mit Trauma umzugehen.

Die bei einer Überwältigung eingefrorenen Reflexe von Orientierung, Flucht und Kampf sollen dabei wieder re-etabliert werden, damit sie den Klienten später zur Verfügung stehen. Diese Reflexe sind ein wesentlicher Teil unseres Lebens, die es uns auch in unserem Alltag ermöglichen unser Leben selbstwirksam und erfolgreich zu gestalten.

Klienten werden bei der Arbeit mit Schocktrauma so angeleitet, dass sie das Trauma emotional nicht noch einmal erleben müssen. Sehr häufig trifft man bei der Arbeit mit Schocktrauma allerdings auf die Schwierigkeiten von Klienten sich selbst zu spüren oder gar die Kontrolle an den Körper abzugeben, deshalb ist für Somatische Emotionale Integration die Trennung von Schock- und Entwicklungstrauma eine rein theoretische. Im fachlichen Arbeitsfeld wird man fast immer auf Menschen treffen, die von beiden Themen betroffen sind.

Integration

Die Integration, der mit dem Trauma zusammenhängenden Gefühle, genauso wie die durch die Traumata entstandenen Glaubenssysteme, gehören nach Abschluss der Arbeit mit dem Schock zur vollständigen Integration dazu. Dies ist unbedingt notwendig, da man ein Trauma bearbeiten kann, aber dennoch die dazugehörigen Glaubenssysteme und Emotionen aktiv bleiben können und die Klienten weiter an einem zufriedenen Leben hindern.

Insbesondere bleibt das Bindungsverhalten von der Auflösung einer Traumatisierung unberührt. Deshalb ist die Aufhebung der künstlichen Trennung zwischen Psychotherapie und Traumapsychotherapie so wichtig für unsere Klienten und die Arbeit mit Kontakt und das Wiedererlernen von Bindungsfähigkeit für die Somatische Emotionale Integration ein so zentraler Bestandteil.

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